Rezeption
Über die Bedeutung medialer Wirklichkeitsentwürfe entscheiden letztlich erst die Aneignungsweisen und Interpretationen der MediennutzerInnen. Die vorhandene genderorientierte Rezeptionsforschung konzentriert sich bisher vor allem auf populäre Medien und fiktionale Genres. Studien zur geschlechtsgebundenen Aneignung nachrichtlicher und politikorientierter Berichterstattung sind selten, zum hier interessierenden Themenfeld liegen kaum Befunde vor.
In diesem Projektteil wird bezogen auf junge Frauen und Männer analysiert, wie die medialen Repräsentationen von Spitzenfrauen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angeeignet werden und eventuell auch Rollenentwürfe beeinflussen. Die Vorstellungen von Frauen in hohen Statuspositionen dürften wesentlich durch Medienkonstruktionen geprägt werden, da solche Frauen in der sozialen Realität junger Menschen selten vorkommen. Die Rezeptionsanalyse will erhellen, wie die Medienbilder über Spitzenfrauen im Spannungsfeld von Adaption und Opposition angeeignet sowie mit Alltagserfahrungen verbunden werden und inwieweit geschlechtsgebundene Zuweisungen dabei relevant gemacht werden.